Informationen zur Kanaltechnik

Was ist ein Kanal?

Als Kanal wird jede Rohrleitung bezeichnet, die im Erdreich verlegt und zum Abtransport von Schmutzwasser verwendet wird. Das Abwasser wird vom privaten Grundstück durch den Kanal in die öffentliche Kanalisation bis zur Kläranlage geleitet und dort gereinigt bzw. geklärt.

Im Deutschland sind Schätzungen zufolge ca. 500.000 Kilometer und ca. 1.500.000 Kilometer private Kanäle im Boden verlegt.

Laut Gesetz muss jeder Kanal dicht sein. Warum ist das so?

Tritt Schmutzwasser unbemerkt aus undichten Leitungen aus und versickert im Erdreich, so nennt man das Exfiltration. Hierbei fließt ein Teil des Abwassers nicht wie vorgesehen zur Kläranlage, sondern versickert im Erdreich. Dies hat zufolge das Rückstände vom Wasch und Reinigungsmittel aber auch Medikamentenrückstände ungehindert ins Grundwasser gelangen und dieses nachhaltig verunreinigen.

Dringt Grundwasser durch undichte Kanäle unbemerkt in die Grundleitung ein, so nennt man das Infiltration. Dies kann erheblichen Mehrbelastungen der Klärwerke sowie Überlastung des Kanalnetzes führen. Die Bausubstanz wird beeinträchtig oder beschädigt. Feuchte oder nasse Keller können die Folge sein. Bei extremen Undichtigkeiten kann Erdreich in die Rohrleitung gespült werden, es entsteht ein Hohlraum der früher oder später einstürzt. Hierbei können nicht nur Gebäude sondern auch Straßen und Gehwege Schaden nehmen.

Alle oberirdisch verlegten Leitungen können visuell begutachtet und auf Schäden aus von Laien untersucht werden, in Boden verlegte Leitungen aber nicht. Den Zustand dieser Leitungen kann nur ein Fachmann bei der Dichtheitsprüfung feststellen. Deshalb hat der Gesetzgeber 2007 den §61a auf Grundlage des §45 Landesbauordnung ins Landeswassergesetz NRW eingeführt. Für die Grundstückentwässerung gelten die aktuellen anerkannten Regeln der Technik. Die DIN 1986-30 fordert eine Dichtheitsprüfung.

 Was muss geprüft werden und was nicht?

Die Leitungen zur Ableitung von Regenwasser und oberirdisch verlegte Leitungen sind nicht prüfpflichtig. Alle Schmutzwasserleitungen die im Erdreich oder nicht einsehbar verlegt sind müssen überprüft werden. Hierzu zählen auch die Grundstückanschlussleitung im öffentlichen Bereich.

Wie wird geprüft?

Die Kanäle werden nach DIN 1986 Teil 30 geprüft. Hier sind drei anerkannte Prüfverfahren aufgeführt:

1. Optische Inspektion mittels Kanalkamera. Der Kanal wird gespült und mit einer speziellen Kamera befahren. Hierbei werden Schäden und Dokumentiert.

2. Druckprüfung mit Luft, der Kanal wird mittels Absperrblasen von öffentlichen Kanalnetz abgesperrt und mit Druckluft aud Dichtigkeit geprüft.

3. Druckprüfung mit Luft, der Kanal wird ebenfalls mittels Absperrblase von öffentlichen Netz abgesperrt und mit Wasser geflutet und geprüft.

Was ist, wenn der Kanal nicht dicht ist?

Wenn Schäden bei der Prüfung festgestellt wurden kann in den meisten Fällen dank modernster Reparatur oder Sanierungsverfahren geholfen werden. Hierbei wird mittels Kamera der Schaden lokalisiert und grabenlos repariert. Kleiner Schäden können mit partiellen Inlinern repariert werden. Stellt sich heraus, dass die gesamte Haltung schadhaft ist, sollte die gesamte Leitung mit einem Longliner ausgekleidet werden.

Sollte dies bei ihnen der Fall sein so bieten wir ihnen diesen Service gern an.

Was ist zu tun, wenn geprüft werden soll?

Um die Kosten niedrig zu halten sollte der Bauherr dafür sorgen, dass der Keller und die Revisionsöffnung frei zugänglich erreichbar ist.

Ein Rohrnetzplan ist immer hilfreich und verkürzt die Bestandsaufnahme durch den Prüfer.

Schachtdeckel außerhalb von Gebäuden sollten nicht versperrt oder zugestellt sein. 

Beispielaufnahmen aus einem Kanal

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